|
![]() |
|
|
|
|
|
Der Märtyrer Josef Mayr-Nusser (1910 – 1945)
Es waren die wirtschaftlich schwierigen zwanziger Jahre, und der Nusserhof hatte wie viele Südtiroler Bauern unter der faschistischen Willkür zu leiden, die ihre Gründe um billiges Geld enteignete. Pepi wurde kaufmännischer Angestellter bei der Firma Eccel in Bozen. In der Freizeit las er viel und bildete sich religiös weiter. Seine großen Vorbilder waren der Thomas von Aquin, der englische Lordkanzler Thomas Morus, der wegen seiner Treue zur katholischen Kirche auf dem Schafott endete, und der Tiroler Freiheitskämpfer Peter Mayr, Wirt an der Mahr, der sein Leben nicht durch eine Lüge erkaufen wollte. 1931 musste er nach Piemont zum Militär. Zurückgekehrt trat er der Bozner Vinzenzkonferenz bei. Als 1935 am Bozner Boden eine eigene Vinzenzkonferenz gegründet wurde, bestellte man Pepi zu deren Präsidenten. Er nahm seine Aufgabe sehr ernst und besuchte fleißig die Armen.
In einem Artikel ist der Schlüssel für seine spätere Eidesverweigerung zu finden. Er betonte, wie wichtig „das Zeugnis ohne Worte, das der lebendige Christ täglich lebt, zu Hause, bei der Arbeit, auf dem Felde, in der Werkstatt, vor den Menschen" sei. Und zwar Zeuge Christi "bis ans Sterben". Bei der Option 1939 entschloss sich Pepi, entgegen der Mehrheit der
Südtiroler, in der Heimat zu bleiben. Er Im September 1943 wurde Südtirol von den deutschen Truppen besetzt und Pepi im September 1944 - obgleich italienische Staatsbürger - zum deutschen Heer einberufen. Mit 80 anderen Südtirolern kam er nach Konitz in Ostpreußen, wo man alle der Waffen-SS zuteilte. Pepi machte die Ausbildung mit. Doch einen Tag vor der Eidesleistung erklärte er, dass er den Eid aus Gewissensgründen nicht leisten könne. Die Kameraden suchten ihn umzustimmen. Doch er antwortete, er wisse, dass ihm die Verweigerung das Leben kosten könnte, aber sein christliches Gewissen verbiete ihm, anders zu handeln. Er antwortete darauf: "Wenn nie jemand den Mut aufbringt, ihnen zu sagen, dass er mit ihren nationalsozialistischen Anschauungen nicht einverstanden ist, dann wird es nicht anders." Pepi hatte nämlich von den Gräueltaten der SS erfahren und wollte daran nicht mitschuldig werden. Pepi wurde vorerst in eine Zelle gesperrt. Seiner Frau Hildegard schrieb er, er sei überzeugt, dass ihre Liebe auch diese schwere Belastungsprobe bestehen werde. "Wenn der Herr ein Opfer fordert, dann gibt er auch die Kraft, es zu tragen." Allerdings äußerte er auch die Hoffnung, dass es, weil er italienischer Staatsbürger sei, vielleicht doch nicht zum Äußersten kommen würde. Doch wurde er in Danzig wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und sollte in Dachau erschossen werden. Ein Wachsoldat, der den Transport von ca. 40 Todeskandidaten begleiten musste, berichtete, dass ihm Pepi aufgefallen sei, weil er nie geklagt habe und für jede Hilfe dankbar gewesen sei. Er sei aber so geschwächt gewesen, dass er sich kaum selber habe fortbewegen können.
Der damalige Generalvikar des deutschen Anteils von Trient, Msgr. Josef Kögl, schrieb über Josef Mayr-Nusser: "Ein Held der Wahrheit, ein Held der Heiligkeit des Eides, ein Held des bekennenden Glaubens - ein Vorbild für die Jugend Südtirols."
Zitate für die beiden Tafeln:Das Zeugnis ohne Worte, das der lebendige Christ täglich lebt, zu Hause, bei der Arbeit, auf dem Felde, in der Werkstatt, vor den Menschen. Welche Kraft geht von einem jungen Menschen aus, der einfachhin christlich lebt… (Jugendwacht vom 15. Jänner 1938) Dieses Bekennenmüssen wird sicher kommen, es ist unausbleiblich, denn zwei Welten stoßen aufeinander. Zu deutlich haben sich Vorgesetzte als entschiedene Verneiner und Hasser dessen gezeigt, was uns Katholiken heilig und unantastbar ist. Bete für mich, Hildegard, damit ich in der Stunde der Bewährung ohne Furcht und Zögern so handle, wie ich es vor Gott und meinem Gewissen schuldig bin. (Brief aus Konitz an seine Frau am 27. September 1944)
|